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Filz aus deutscher Wolle

Wollfilz von eigengut

„Wir stehen für Filz aus regionaler, deutscher Wolle, ohne Wenn und Aber!“ Dieser Aussage von Jens Philippi von der Firma eigengut in 19273 Konau spürte Britta Eizenhöfer in einem persönlichen Gespräch nach. Im Folgenden lässt sie uns teilhaben.
Doch zuerst zu eigengut: Dennis und Jens Philippi betreiben das Unternehmen im Biosphärenreservat an der Elbe, wo sie auf ihrem Hof wohnen und arbeiten. Sie verarbeiten Filz und legen Wert darauf, dass vom Tier bis zur Entsorgung alles transparent nachvollziehbar ist. Britta fragt, Jens antwortet:

Wann und wie habt ihr angefangen?

Dennis hat in Ulm im Jahr 2009 angefangen. Während seiner Ausbildung zum Grafikdesigner hat er einen Nebenverdienst gesucht. In Giengen an der Brenz bei Ulm ist eine Filzfabrik. Von dort kommen übrigens auch die Steiff-Teddys.
Dort konnte man damals Filz- im Fabrikverkauf als Meterware erwerben. Daraus sind die ersten Filzprodukte entstanden. Das waren auch nur ganz kleine Artikel wie Schlüsselanhänger, Handytaschen und so weiter.

Wie ging es gemeinsam los?

2012. Am Anfang stand für uns die Frage, wie wir starten können. Der Wunsch, regionale Wolle zu verwenden, ist früh da gewesen, aber die Menge war ein Thema. Erst eine für die industrielle Verarbeitung geeignete Menge führt zu einem vertretbaren beziehungsweise akzeptablen Preis.

Viele Unternehmensgründer versuchen am Anfang, ihr Zielkonzept mit kleinen Mengen zu realisieren, und scheitern am Preisproblem. Deshalb haben wir zunächst mit einem guten Wollfilz aus importierter Wolle begonnen und wechselten später auf einheimische Wolle. Jetzt wird die Wolle von ca. 15.000 deutschen Schafen verwendet und wir zahlen unseren Schäfern zwei Euro pro Kilogramm vorsortierter Rohwolle. Ein guter Preis! Wären wir rein ideologisch vorgegangen, hätten wir das nie geschafft.

Wie kamt ihr nach Konau?

Vor zwölf Jahren haben wir beschlossen, wieder aufs Land zu ziehen. Wir sind auf dem Land groß geworden, haben nach einem Hof gesucht und sind hier in Konau fündig geworden. Es liegt sehr idyllisch und ist als ganzes Dorf denkmalgeschützt. Uns gefällt es hier sehr gut.

Wann kam der Maschinenpark dazu?

Das Unternehmen ist jedes Jahr ein bisschen gewachsen. Es gibt immer neue Projekte, in die wir investieren, wenn sie wirtschaftlich sinnvoll sind. Von null Mitarbeitern beim Umzug sind es aktuell sechs fest angestellte. Festanstellung und flexible Zeitkonten schaffen Sicherheit fürs Personal und saisonale Kurven lassen sich etwas abfangen.


Was ist die Kernkompetenz von eigengut?

Die Spezialisierung auf Maßanfertigungen, Einzelstücke, aber auch auf große Aufträge. Während die Vermarktung überwiegend im Direktvertrieb stattfindet, arbeiten wir auch mit Hotellerie oder Tischlereien, zum Beispiel bei Wandbelägen, zusammen.

In der Automatisierung steckt viel Hirnschmalz. Die ermöglicht eine individuelle und trotzdem effiziente Produktion. Bei den vorangehenden Arbeitsprozessen, wie waschen, pressen, transportieren, etc., wird  sehr sparsam gearbeitet. Der Schäfer, der am Anfang der Kette steht, soll auch sein Geld bekommen. Das ist uns sehr wichtig!

Wie läuft die Verarbeitung genau ab?

Wir kaufen die Rohwolle direkt von den Schäfern. Über regionale Sammeltransporte kommt sie in die Wäscherei in Belgien. Stark zusammengepresst gelangt sie danach in die Filzerei, wo sie nach unseren Vorgaben gefilzt und gefärbt wird. Der Filz kommt dann zu uns in die Werkstatt nach Konau und wird dort zugeschnitten, genäht und verarbeitet.
Was gestern bestellt wurde, ist heute bereits zu 30 Prozent fertig und verpackt. Im Prinzip ist alles nach zwei Tagen zu 90 Prozent fertig und verschickt.

Ist der eigengut-Filz biozertifiziert?

Da wir die Wolle überwiegend von Wanderschäfereien erhalten, die auf ihren Wanderungen zwischen unterschiedlichen Naturschutzflächen auch über konventionell bearbeitete Flächen ziehen, ist eine Biozertifizierung nicht möglich. Das würde nur mit Wiesen gehen, die dem Schafhalter gehören und kontrolliert werden. Das würde wiederum nicht der Landschaftspflege dienen.

Habt Ihr persönliche Kontakte zu den Schäfern?

Ja, natürlich. Und das ist sehr schön! Mittlerweile sind es 15 bis 20 überwiegend langjährige Kontakte. Unseren Schäfern bieten wir Abnahmesicherheit und die liefern eine sehr hohe Qualität in der Vorabsortierung. Das Geschäft basiert auf gegenseitiger Wertschätzung.
Vertrauen heißt auch, dass ein Schäfer sagt, dass Wolle einmal nicht geliefert werden kann, weil zu viele Kletten oder Disteln daran hängen. Das ist sehr fair.
Einerseits weiß der Schäfer, dass wir zu ihm stehen. Andererseits können wir darauf vertrauen, dass er ehrlich ist bezüglich Woll- und Sortierqualität.

Was sagt der Kunde dazu?

Der Direktvertrieb hilft dabei, Kunden zu vermitteln, dass sich in naturbelassenem Wollfilz kleine Pflanzenteile befinden können. Unsere Schurwolle wird nicht karbonisiert. Beim Karbonisieren wird die Wolle in Schwefelsäure auf 80 °C bis 90 °C erhitzt, was pflanzliche Rückstände wegätzt. Die Wollfaser hält das aus, aber sie wird davon nicht besser. Das mögen wir nicht!

Was bedeutet für euch „regional“?

Deutschlandweit. Wir kommen aus Baden-Württemberg, haben dort die ersten Kontakte geknüpft und behalten. Mittlerweile zählen auch Schäfereien in Hessen, Thüringen, NRW und an der Küste zu unseren Partnern. Das hängt natürlich auch mit den Wollsorten, sprich Schafrassen, und der Logistik zusammen. Es gilt, eine Menge X zusammen zu bekommen, die für die Schäfereien und für uns Sinn macht.
Bedenke bitte: 90 Prozent der Wolle für die Textilherstellung wird von der Südhalbkugel importiert. Von dort wird das meiste wiederum in China gewaschen – mit gravierend anderen Umweltstandards als bei uns.

Welche Schafrassen liefern die Wolle?

Insbesondere das Süddeutsche Landmerino, alleine schon, weil es davon eine Menge gibt. Außerdem ist das eine alte Rasse, die in Wanderschäfereien gute Kilometer zurücklegen kann. Nicht zuletzt hat deren Wolle für das Verfilzen gute Eigenschaften.
Dazu kommt das Juraschaf – unter anderem weil es eine natürliche braune Farbe hat. Durch das Mischen mit der Wolle anderer Rassen erhalten wir unterschiedliche Naturfarbtöne.

Für die Polsterung von Sitzkissen verwenden wir die Wolle des Schwarzkopfschafs und vom Reißwolf aufgelockerten Verschnittreste aus dem Filzzuschnitt. Das ist unsere Alternative zum üblichen Schaumstoff. Vor den Zeiten von Kunststoff wurde schließlich auch schon gepolstert gesessen! [Jens lacht.]

Sind eure Produkte also kompostierbar?

Seit 2021 fertigen wir komplett kunststofffrei – bis hin zum Nähfaden. Das war übrigens gar nicht so einfach, da Nähfäden heute praktisch alle synthetisch sind.
Wenn wir unseren Kunden versichern, dass sie unsere Produkte zum Schluss im Garten vergraben können, dann muss auch der Nähfaden kunststofffrei sein.
Dieser Baumwoll-Nähfaden aus der Türkei ist dann tatsächlich das einzige, was wir nicht aus Deutschland beziehen.

Das Interview führte Britta Eizenhöfer

Alle Bilder von eigengut

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Das Waldschaf

Die lieben Pupeters (Wollwerkstatt Pupeter) haben uns Waldschafwolle als Kardenband zum Ausprobieren geschickt. Die Wolle stammt von ihren eigenen Tieren bei Landsberg am Lech. Da hat mich mal interessiert, wie Waldschafe denn so aussehen und was ihre besonderen Merkmale sind. Für alle, die das auch interessiert habe ich dieses informative Video gefunden.

Bild: Arbeitsgemeinschaft Generhaltungszucht Waldschaf, www.waldschaf.at

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Schwule Schafe

Hier unser Video-Tipp der anderen Art:
Die erste deutsche Herde schwuler Schafe wurde von Michael Stücke in Löhne, Ostwestfalen, gegründet. Die Herde besteht aus schwulen Schafböcken, die von Züchtern aus ganz Deutschland gekauft wurden. Die Schafe dürfen auf Stückes Hof „leben und lieben, wen und wie sie wollen“.
Das Rainbow Wool Project verwendet die Wolle dieser Schafe, um eine Modekollektion zu entwerfen, deren Gewinne in queere Projekte weltweit fließen. Unterstützt wird das Projekt außer von Michael Stücke von der Bürgerrechtsorganisation Verband Queere Vielfalt und einer Kölner Werbeagentur. Die Kollektion umfasst verschiedene Modeartikel wie Schnürsenkel, Aufnäher und Mützen.
Auch diese Schafe spielen eine wichtige Rolle im Naturschutz, denn sie fungieren als natürliche Rasenmäher und schaffen Platz für bedrohte Pflanzen. Die Gewinne aus dem Verkauf der Rainbow Wool Produkte gehen direkt an Projekte, die die Rechte der LGBTQIA+ Community weltweit stärken.

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Videotipp zum Sockenstopfen

Herzstopfen

Hier noch ein Tipp für alle, die gerne stricken und ihre selbstgestrickten Socken auch gerne lange leben lassen. „Ein Koffer voller Wolle“ ist der YouTube Kanal von Sarah Stosno. Sarah strickt gerne und hat viele Videos zu diesem Thema gemacht.

Stellvertretend hier das Video für Socken mit Herzen stopfen.

Socken stopfen mit Sarah von „Ein Koffer voller Wolle“
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Wollkraut Challenge 24

Gewinner der „Challenge 24“ von Wollkraut sind:
Matthias E. – Paket „Blaue Blume“
Christina R. – Paket „Wolkenhimmel“
Ute S. – Paket Kontraste und
Ute D. – Paket Rosé

Die Pakete sind mittlerweile verschickt und wir sind sehr gespannt auf die sicherlich wieder bunten und kreativen Ergebnisse, die wir in Heft 13 vorstellen möchten.

Allen Teilnehmer*innen noch einmal ganz dicken Dank fürs Mitmachen!


Liebe Wollkraut-Leserinnen,

es hat allen Spaß gemacht, wir waren von den Ergebnissen der „Mix- und Match“-Challenge sehr angetan und letztes Jahr sind dann so viele Bewerber leer ausgegangen, dass wir eine Neuauflage veranstalten.
Jetzt suchen wir wieder kreative Menschen, die Lust haben, bei unserer Challenge mitzumachen. Und das geht so:

Ihr bekommt von uns kostenfrei eines unserer vier Materialpakete zugeschickt:

Paket „Rosé“
100 g Huakaya Alpakawolle, naturweiß
20 g Tussahseide Kammzug in rosa
100 g Schurwollgarn, naturweiß
100 g Wolle/Seide/Ramie-Garn in rosé/lila
3 Westfalenstoffe a ca. 50×50 cm
rote Perlen

Paket „Kontraste“
100 g Corriedale Kammzug in grün
100 g Huacaya Alpaka Kammzug schwarz
100 g pflanzengefärbtes Schurwollgarn in rot
25 g Tussahseide Kammzug in grün
3 Westfalenstoffe (Baumwolle) ca. 50×50 cm

Paket „Wolkenhimmel“
200 g Bluefaced Leicester in naturbraun
100 g pflanzengefärbtes Schurwollgarn in blau
20 g Tussahseide Kammzug in türkis
90 g deutsches Landmerinogarn
1 Westfalenstoff (Baumwolle) 1,0×1,4 m
Perlen in türkis und dunkel

Paket „Blaue Blume“
100 g Huacaya Alpaka Kammzug in naturbeige
50 g Merino Kammzug in Blautönen
25 g Tussahseide Kammzug in türkis
100 g Schurwollgarn in anthrazit
3 Westfalenstoffe 50×50 cm


Die Gestaltungs-Regeln:
– Ihr verwendet für euer Projekt mindestens zwei, besser drei der gelieferten Materialien.
– Ihr dürft von euch hinzufügen, was ihr wollt.
– Ihr könnt färben, spinnen, kardieren, weben, filzen, nähen, häkeln und was euch sonst noch so einfällt.

Die Mitmach-Regeln:
Ihr macht Fotos vom Prozess und vom Ergebnis. Ihr beschreibt euer Projekt und wie ihr es gemacht habt. (Das muss nicht super lang sein und auch nicht textlich perfekt. Detlef redigiert die Texte ohnehin).
Erste Bilder bitte bis zum 25.06.24,
Restliche Bilder und Text schickt ihr uns bis zum 15.07.24 zu.

Ihr dürft auch darüber posten, wenn ihr wollt – nur bitte nicht gleich alles verraten.
Wir dürfen euren Beitrag (Text und Bilder) in der Zeitschrift und online veröffentlichen.
Solltet ihr zu den Gewinnern gehören, eins der Pakete erhalten und euch kommt etwas dazwischen, dann schickt uns bitte das Pakte bis 30.04.24 zurück, dann hat noch jemand anderes die Chance mitzumachen. Wer sein Paket einfach behält, ohne mitzumachen, dem stellen wir für Material und Kosten 35 € in Rechnung.

Also, wer hat Lust und macht mit?

Von allen bis zum 02.04.24 eingegangenen Eintragungen losen wir vier Teilnehmerinnen aus, die wir dann kontaktieren, mit dem Material fürs Projekt ausstatten und auf Wunsch beim Texten Hilfe leisten.

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Sonderausstellungen in Neumünster

Das Tuch + Technik Museum in 24534 Neumünster lädt seit dem 2. November in die Sonderausstellungen „Verborgene Strukturen“ sowie „Feuer und Flamme“ ein.
Kern der ersten Ausstellung bildet eine Auswahl historischer Stoffmuster der Sammlung von Professor Wieland Poser. Er lehrte bis 2006 an der Burg Giebichenstein in Halle an der Saale das Fach Modedesign/Textil. Die gezeigten Textilien wurden zwischen 1880 und 1937 gewebt und sind heute größtenteils nicht mehr industriell herstellbar. Detailfotografien geben Einblick in die Strukturen der Textilien.
Die Farben des Feuers sind Inspiration für die zweite Ausstellung und Symbol zugleich: Sie stehen für die Begeisterung, das Entbranntsein für das Handwerk Weben. Es ist eine Wanderausstellung zum 20-jährigen Bestehen des Vereins weben+.
Beide Ausstellungen sind noch bis zum 25. Februar 2024 zu sehen.

Bilder: SDTB/Heiner Büld, Berlin (li.); Exponat „Feuer und Flamme“

LINK
https://www.tuchundtechnik.de/ausstellungen/sonderausstellungen

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Hessen goes Haslach

Wollkrauts Werk Wettbewerb hatte wohl doch zwei Hauptgewinnerinnen, zumindest laut Sandra Grünberger. Aber lest selbst, was sie dazu berichtet, ab hier kommt sie zu Wort:

Bei Eurem Wettbewerb habe ICH gewonnen! Ja, ich sehe und fühle mich als absolute Gewinnerin! Das vergangene Wochenende war die Ulli mit ihrem Mann bei mir. „Hessens goes Haslach“.
Wir hatten so eine wunderbare, gewinnbringende, wertvolle, lustige, lehrreiche, kreative Zeit miteinander – ein wahres Geschenk für mich!

Nachdem ihr mir die Gewinnerin genannt hattet, habe ich natürlich sofort mal im Internet nachgesehen, wer mich denn da besuchen kommt. (Ulrike Wend, Instagram: glitzerline)

Was soll ich Euch sagen….. ICH WAR SCHOCKIERT!!!!!!

Was soll ich denn dieser Künstlerin noch zeigen, lehren oder beibringen? Nix mit Anfängerhandspinnen, langer Auszug, Kardieren, Färben, Rohwollverarbeitung, Weben und Co! Die kann ja schon AAAAAALLLLLEEEEESSSS auf höchstem Niveau!

Schweißperlen auf meiner Stirn, die Hallenbäder füllen könnten!!!!!!!

Nach einem kurzen Kennenlern-Telefonat die erste Erleichterung: Sie versteht meinen Dialekt und wir haben gemeinsam gelacht. Ulli hat gemeint, dass sowas wie ein kreativitätsfördernder Input klasse wäre. Auch das Weben am Triloom würde sie interessieren. „KLAR, KEIN PROBLEM – SO MACHEN WIR DAS“ waren vorerst meine letzten Worte.

(Anmerkung: Dass ich kreativ bin, wird mir oft mal nachgesagt, ein Lehrprogramm dazu hatte ich zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht. Mit dem Triloom war ich selbst noch im autodidakten Selbsttraining.)

„Ich kann das – nur halt jetzt noch nicht“, motivierte und beruhigte ich mich selbst und begab mich auf meine eigene Fortbildungs-/Weiterbildungs-/Entwicklungsreise. Unglaublich, was ich alles zu den Themen lernen und erfahren durfte! Nicht nur deshalb sehe ich mich als GEWINNERIN. Der wahre Gewinn nämlich, liegt in der Begegnung mit Ulli und ihrem Mann Andi. Die urvertraute Verbundenheit, der Sinn für Humor, gemeinsame Interessen, das Gefühl für das Schöne, Gute und Verrückte, das von der ersten Sekunde zwischen uns und auch dem Tom, dem Mühlenschmied gewirkt hat, hat nicht nur die Seelen, sondern tatsächlich auch die Kreativität genährt. Das mit dem Triloom ist eine andere Geschichte…. die ich hier auch nur ganz kurz ansprechen möchte. Wir, Ulli und ich, wir wissen jetzt beide, wie und mit welchen Garnen man es am besten NICHT macht und dass es von großem Vorteil ist, wenn man auch was sieht dabei. Dämmriges Schummerlicht in der holzofengeheizten Stube ist da nicht so ideal. Zumindest hat dies die Kreativität und die Selbsteinschätzung gefördert. Nach dem Baustellenstrahler wollten wir der Stirnlampe keine Chance mehr geben. Das Prinzip „Triloom“ hat die Ulli ohnehin bereits verstanden. Dann schon lieber die Wärme und das Knistern bei einem Braten genießen, den Andi und Tom während unserer kreativen Ein&Ausfälle, gezaubert hatten.

Ein fertiges Werkstück konnte Ulli nicht mit nach Hause nehmen und trotzdem denke ich, dass wir beide viel gelernt und mitgenommen haben!

Apropos mitgenommen: die Ulli hat mir als Geschenk eine selbstgemachte Tasche mitgebracht. Unglaublich wunderbarwundervolltoll! So schön!

Einen kleinen Seminareinblick möchte ich Euch hier noch geben.

Nachdem wir uns spielerisch und theoretisch mit dem Thema Kreativität auseinandergesetzt hatten, uns die Vera Birkenbihl dabei im Geiste begleitete, ging es ran ans Werk. In dieser Übung wurden unzählige kreative Momente und Elemente vereint.

Zunächst zeigte ich Ulli eine simple Methode, um zu einer harmonischen, themenbezogenen Farbpalette zu gelangen.

Diese Farbigkeit war die Basis für weitere wirklich radikale Herausforderung. (Kreativität kann auch entstehen, wenn man vertraute Wege verlässt, etwas macht, was man vernünftigerweise niemals machen würde. Bisoziationen herstellt.) Ulli did it! Mit einem kleinen, wirklich scharfen Messer schnitt sie die – nach ihrer Farbpalette auserwählte – Wolle von den Konen runter. Huch das macht schon was mit einem.

Schnappatmung garantiert!

Da lag es nun vor uns:

Das Fadenmeer. (Ulli hatte für ihre Farbpalette das Thema „Meer + Himmel“ gewählt.)

Die Hausaufgabe dazu: Nimm dir die Gefühle, die Du während der Aufschneiderei hattest und jetzt noch nachwirken, mit den Fäden mit nach Hause und zaubere etwas daraus. Ich freue mich schon sehr auf das Ergebnis!

Um die aufgewühlten Gemüter wieder etwas zu besänftigen, haben wir gleich vor Ort ein paar Meeresfädenschnipsel wiederverwertet und mit Handkarden zusammen mit Merino zu neuem, sinnhaften Wollleben erweckt. Nach dem Seminar habe ich selbst auch gleich damit experimentiert und Proben gesponnen.

Jetzt will ich natürlich ans Meer!

Hier noch der Trick mit der Farbpalette:

Gearbeitet wird ganz simpel mit dem Handy. Die Basis ist ein Bild, das zum Thema passt. Ich habe hier zur Demonstration die wunderschöne Tasche gewählt, die mir Ulli geschenkt hat.

In das auserwählte Bild zoomt man maximal hinein und macht davon einen Screenshot. In diesen Screenshot wird wieder maximal hineinzoomen. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis man eine ansprechende Farbigkeit für sich gefunden hat.

voilà

Eure KopfHerzHandWerkerin

Sandra


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Webermarkt in Neumünster

Am Samstag und Sonntag, 14. und 15. Oktober 2023, veranstaltet das Museum Tuch + Technik in 24534 Neumünster, jeweils von 10 bis 18 Uhr den „Webermarkt“. Individuelle und meist handgefertigte Kreationen aus feiner Seide, flauschigen Wollstoffen und rustikalen Leinen- und Baumwollgeweben werden direkt im Museum neben den imposanten Textilmaschinen präsentiert und verkauft. Auch sind Spinn- und Web-Vorführungen geplant.
Wer ausstellen darf hat eine Fach-Jury nach handwerklicher Qualität und künstlerischer Handschrift ausgewählt. Eröffnet wird der Markt bereits am Freitagabend, 13. Oktober 2023, um 19 Uhr (inklusive Verkauf, bis 21 Uhr). Der Eintritt zur Eröffnung ist frei, für die zwei Folgetage dann 5 €.

Bild: Elblinnen / Anne Andersson

LINK
https://www.tuchundtechnik.de/aktuelles/ausschreibung-webermarkt

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Pallia im Stadtmuseum Erlangen

In Ausgabe 7 hat uns Dr. Katrin Kania (www.pallia.net) die Grundlagen des Brettchenwebens anschaulich erklärt. Am 21. Oktober 2023 zeigt sie live zur „Langen Nacht der Wissenschaften“ im Stadtmuseum in 91054 Erlangen wie die Brettchenweberei funktioniert und was damit alles möglich ist. Die Vorführung findet von 20 bis 22.30 Uhr statt. Am Sonntag, 22. Oktober, führt sie dann noch zur Finissage der Ausstellung „Steinzeit – einfach genial“ von 11 bis 16.30 Uhr die uralte textile Technik Zwirnbindung vor.
Bild: Stadtmuseum Erlangen

Zur Website:
https://nacht-der-wissenschaften.de/

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Wolldecke

Material: handversponnene Coburger Fuchsschafwolle der eigenen Schafe,

Maß: 1,20x 1,40m mit angestricktem Rand, kraus re. gestrickt.

Das Muschelmuster entstammt dem Buch „Natürlich Wolle, Brunhilde Bross-Burkhardt

2014, BLV Buchverlag, S.132. Die unterschiedlichen Farbtöne entstanden durch Zumischung

von dunkler deutscher Wolle.